DIe Gelbe tapete
von Caroline Hain basierend auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Charlotte Perkins Gilman sowie "Medical Muses" von Asti Hustvedt // Premiere 11.09.2026 Haus Steinstraße e.V.
Drei Frauen haben aufgehört zu funktionieren. Jede auf ihre eigene Art, in ihrer eigenen Zeit. Jede von ihnen begegnet der gelben Tapete. Lotte kann ihr nicht entkommen. Ihr Mann hat ihr absolute Ruhe im gelb tapezierten Schlafzimmer verordnet, damit sie sich von ihrer Nervenschwäche erholt. Lene googelt in ihrer neuen Wohnung unter der gelben Tapete nach Selbsthilfe bei Depressionen. Und an den Wänden von Louises Zelle in der Nervenheilanstalt beginnt das gelbe Muster zu sprießen, wenn sie wieder einen Anfall hat. Hysterie, hat der Professor beim ersten Blick auf sie diagnostiziert.
Die Tapete lässt die Frauen nicht los. Zieht sie in ihren Bann. Bringt sie um den Schlaf. Und die Tapete verändert sich. Die drei Frauen beginnen, hinter dem Muster Gestalten zu sehen. Rütteln sie an der Tapete? Wollen sie hinaus?
Charlotte Perkins Gilmans 1892 erschienener Kurzgeschichte, die auch von ihren eigenen Erfahrungen mit postnatalen Depressionen und deren Behandlung geprägt ist, wurde direkt nach ihrem Erscheinen von Ärzten vorgeworfen, Leser*innen tatsächlich in den Wahnsinn treiben zu können. Heute gilt sie als feministischer Schlüsseltext, als Paradebeispiel einer Erzählung über die eingesperrte Frau. Diese Inszenierung stellt der Protagonistin aus Perkins Gilmans Geschichte zwei weitere Frauen zur Seite: eine junge Hysterie-Patientin, deren Handlungsstrang zum Teil auf historisch verbürgte Personen und Tatsachen zurückgreift, und eine Frau, die im Hier und Jetzt mit mentalen Problemen kämpft. Dabei fragt die Inszenierung nach unserem Umgang mit psychisch kranken FLINTA*-Personen, nach Brüchen und Kontinuitäten über die Zeiten hinweg: Wie begegnen wir ihnen? Hören wir ihnen zu? Nehmen wir sie in unsere Mitte oder sondern wir sie aus? Und welche Auswege suchen die Frauen sich?
MIT: Clara Naima Sallat, Taliesin Kühn, Elisabeth Deml, Leonard Ruhland, Felix Kainzbauer
regie UND TEXT:
Caroline Hain
Ausstattung: Franziska Funke
Dramaturgie: Mona Bierenstiel
Premiere: 11.09.2026 20 uhr // Haus Steinstrasse E.V.
12.09.2026 19 uhr // HAUS STEINSTRASSE E.V.
13.09.2026 19 uhr // HAUS STEINSTRASSE E.V.
25.09.2026 20 uhr // OST-PASSAGE THEATER
26.09.2026 20 uhr // OST-PASSAGE THEATER



